Bereits im März 1991 wurde anläßlich des 1. Bgld. Biomassetages, welche die Agrar Plus gemeinsam mit dem Agrarreferat der Bgld. Landesregierung veranstaltet, von einer Gruppe engagierter Mitarbeiter um Bürgermeister Heinschink, die Idee geboren, eine Fernwärmeheizung auf Basis Stroh für Lethaprodersdorf zu errichten. Unter der Führung von Agrar Plus erfolgte in einer Reihe von Seminaren die Einschulung der Arbeitsgruppe aus welcher sich in Folge die Fernwärmegenossenschaft gründete.
Eine Reihe von Hindernissen und Vorurteilen machte es den inzwischen strukturierten Arbeits-Teams (Brennstoff, Finanzierung, Wärmeverkauf, Technik) nicht gerade leicht, die Idee umzusetzen. Durch gezielte Informationsveranstaltungen gelang es aber, eine positive Einstellung zur Fernwärme bei einem Großteil der Bevölkerung zu erreichen.
Als im Spätherbst 1992 auch von der Seite Deutsch Brodersdorf reges Interesse für eine Biomasseheizung angezeigt wurde, gelang der Durchbruch in Richtung Erstellung eines wirtschaftlich erfolgreichen Konzeptes, welches schließlich auch ausschlaggebend für die positive Einstellung der Förderungsstellen zu diesem Fernwärmeprojekt war.
Mit der Planungsfirma KWI konnte ein kompetenter Partner in der Realisierungsphase gefunden werden,welcher den Bau der Anlage in der vorgegebenen Kostenstruktur auch erfolgreich umsetzen konnte. Als ausführende Firma zeichnet die VAM verantwortlich.
Mit der Realisierung dieser grenzüberschreitenden Strohheizanlage leistet die FWG Leithaprodersdorf - Deutsch Brodersdorf einen vorbildlichen Beitrag zur Verbesserung der Luft- und Umweltsituation in der Region. Durch die Substitution eines Großteils der im Gemeindegebiet eingesetzten fossilen Energieträger (Heizöl, Kohle, Koks) durch den erneuerbaren Energieträger Stroh gelang eine weitestgehende Verringerung der Schadstoffemissionen. So ist es gelungen, den Ausstoß von Schwefelsäure gänzlich und Kohlenmonoxyd auf ein Minimum zu reduzieren. Die Staubemissionen werden auf ein Drittel zurückgedrängt und die CO2 Emissionen durch fossile Energieträger im Versorgungsbereich können durch den Einsatz der CO2 neutralen Biomasse gänzlich hintangehalten werden. Selbstverständlich darf man den positiven wirtschaftlichen Aspekt, welcher durch die Realisierung der Strohheizung hervorgerufen wird nicht vergessen. Der Einsatz von jährlich 4.300 Claasballen Stroh und 500 Tonnen Hackschnitzel und die damit verbundenen Ausgaben stellen eine wesentliche Verbesserung der wirtschaftlichen Situation der Region dar.

(Bild von 1992)